MSRP und MAP – Wo und wann wendet man sie an?

MAP und MSRP

Wer Waren produziert oder vertreibt, wird sicherlich schon mit der Bezeichnung MSRP in Kontakt gekommen sein. Doch was genau steckt dahinter, wie unterscheidet man zwischen MSRP und MAP, und wann ist es möglich, diese anzuwenden?

MSRP – Was ist das?

Der Begriff MSRP kommt aus dem Englischen und lautet in voller Länge „manufacturer’s suggested retail price“. Das Prinzip dahinter lässt sich leicht erklären: es ist der Preis, den der Hersteller eines Produktes für dessen späteren Vertrieb an den Endkunden empfiehlt. In Deutschland wird dies auch unverbindliche Preisempfehlung (UVB), Listenpreis oder unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) genannt. 

Der MSRP muss nicht unbedingt der Endpreis eines Produkts sein, allerdings wird er unter Berücksichtigung aller Kosten, die mit dem Vertriebs- und Herstellungsprozess eines Produkts verbunden sind so festgelegt, dass Wiederverkäufer eine ausreichende Marge erzielen können. Wenn sich alle Vertreiber eines Produkts an dem MSRP orientieren, so wird ein Produkt überall zu einem ähnlichen Preis angeboten.

Zudem beeinflusst der MSRP auch den Marktwert, da er den tatsächlichen Wert eines Produkts oder einer Marke wiederspiegelt, was vor allem dann von Bedeutung ist, wenn der Hersteller eine Luxusmarke aufbauen möchte. Dennoch ist zu beachten, dass es sich lediglich um eine Empfehlung handelt und keine vertragliche Bindung an den jeweiligen Preis besteht. 

MAP_MSRP

Quelle: https://blog.varstreetinc.com/street-pricing-and-the-role-it-plays-in-quotation/

Was ist der Unterschied zwischen MAP und MSRP?

Während der unverbindliche Verkaufspreis relativ häufig von diversen Herstellern angewendet wird, kommt man mit MAP in Europa eher selten in Kontakt. Der „minimum advertised price“ ist der vom Hersteller festgelegte Mindestpreis, für den der jeweilige Artikel verkauft werden muss. Hierbei handelt es sich, im Gegensatz zum MSRP, nicht um eine Empfehlung, sondern eine klare Vorgabe, an die sich Verkäufer halten müssen, denn ansonsten erhält der Produzent das Recht, von einer weiteren Zusammenarbeit abzusehen. Um solche Situationen zu erkennen und zeitnah einzugreifen, verwenden Produzenten Preismonitoring-Tools, mit denen sie problemlos die aktuellen Verkaufspreise ihrer Produkte überwachen können.

Anhand des MAP legt der Hersteller einen Preis fest, der beim Weiterverkauf zwar nicht unterboten werden kann, dafür jedoch keine obere Preisgrenze besitzt. Dadurch hat der Produzent die Garantie, dass seine Produkte nicht unter ihrem zuvor festgelegten Wert verkauft werden, sodass seine Produkte immer in dem vorgegebenen Preissegment angeboten werden. Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass es in vielen Ländern, wie auch der EU, illegal ist, einen bestimmten Mindestpreis zu erzwingen und somit MAP nicht angewendet werden darf.

MAP oder MSRP – Was ist effektiver für Ihr Unternehmen?

Auch wenn MAP zunächst verlockend klingen kann, hat es einen ganz bestimmten Grund, weshalb viele Produzenten noch nie etwas davon gehört haben: ein solcher Mindestpreis darf in der EU nicht vom Hersteller festgelegt werden, da sich dies negativ auf Konsumenten auswirken kann, weil Vertreiber nicht die Möglichkeit erhalten, Produkte günstiger zu verkaufen und ein Konkurrenzkampf nur bedingt stattfinden kann.

Obwohl MAP also vorwiegend in den USA zum Einsatz kommt, nutzen auch dort einige Hersteller den MSRP, auf welchen Produzenten in EU-Ländern zurückgreifen müssen. Sofern Sie Ihre Waren also für den EU-Markt produzieren, ist für Sie der MSRP von großer Bedeutung.

Wie bestimmt man den MSRP?

Wenn Sie in Erwägung ziehen, den MSRP für Ihre Produkte einzuführen, müssen Sie zunächst ermitteln, wie Ihre Marke sowohl von Ihnen, als auch von Ihren Kunden wahrgenommen wird. Dazu lohnt es sich zu bestimmen, inwiefern Ihr Produkt attraktiv auf Kunden wirkt und wie viel diese bereit wären zu zahlen.

Außerdem sollten Sie die Preise für vergleichbare Produkte Ihrer Konkurrenten analysieren, da diese ein nützlicher Richtwert für Ihre eigene Preisstrategie sein können. Wenn Sie Ihre Preise nämlich auch an der Konkurrenz orientieren, bleiben Sie wettbewerbsfähig, was dazu führen kann, dass sich Vertreiber für Ihre Marke entscheiden.

Ein weiterer Faktor, den es zu beachten gilt, ist die Gewinnmarge für Vertreiber. Diese sollte ausreichend hoch sein, sodass Verkäufer gewillt sind, die jeweiligen Produkte auch tatsächlich für den suggerierten Preis zu verkaufen. Gleichzeitig sollte diese Marge allerdings nicht zu viel Spielraum für Preissenkungen bieten, um den Konkurrenzkampf fair zu gestalten und extreme Preisschwankungen zu vermeiden.

Preisüberwachung des MSRP: Vorteilhaft für Produzenten?

Die unverbindliche Preisempfehlung erleichtert Verkäufern die Festlegung des richtigen Verkaufspreises für Produkte und den Kunden die Beurteilung, ob sie diese zu einem angemessenen Preis kaufen. Jedoch sind Preisschwankungen, vor allem im Onlinehandel, ein häufiges Phänomen: Verkäufer können die Preise unter den UVP senken, wenn sie versuchen, überflüssigen Lagerbestand auszuverkaufen oder während einer Ausverkaufsperiode mehr Kunden zu gewinnen. Ebenso können Verkäufer die Preise höher als den MSRP ansetzen, wenn ein Produkt besonders gefragt ist und schnell aus den Regalen verschwindet. Da zahlreiche Verkäufer dynamic Pricing anwenden, sind solche Preisänderungen ein unvermeidbarer Teil des Online-Vertriebs.


Aus diesem Grund lohnt es sich oftmals, die Preise der eigenen Produkte im tatsächlichen Verkauf an Endkunden zu überwachen, denn nur dadurch bekommt man einen Überblick darüber, wie gefragt das jeweilige Produkt wirklich ist und ob sein Marktwert richtig ermittelt wurde, oder ob er angepasst werden muss.

Zudem kommt es vor, dass Verkäufer die Produkte deutlich unter dem MSRP anbieten, um Verkäufe zu steigern. Auch wenn dies auf den ersten Blick nicht von großer Bedeutung für Produzenten zu sein scheint, kann eine solche Strategie durchaus negative Folgen mit sich tragen: wenn ein Produkt kontinuierlich unter dem ermittelten Wert verkauft wird, so leidet das Image der kompletten Marke. Wie genau Sie Ihr Markenimage im elektronischen Handel durch die richtige Preispolitik beeinflussen können, erklären wir Ihnen in unserem E-Book. Auch kann man durch Preismonitoring erfahren, wer genau die eigenen Produkte vertreibt und ob er auch tatsächlich zum Verkauf befugt ist.

Wer als Produzent also feststellen muss, dass ein Vertriebspartner die Produkte unter ihrem Wert vertreibt, sollte schnellstmöglich eingreifen und das Problem lösen, um den gewünschten Marktwert seiner Produkte aufrechterhalten zu können.

preischwankungenPreischwankungen im E-commerce. Quelle: Dealavo Preismonitoring App

Vorteile von Preismonitoring durch Hersteller

Im Online-Vertrieb ist Preismonitoring mittlerweile so wichtig, dass sich sowohl Verkäufer, als auch Hersteller damit auseinandersetzen müssen. Da man aber bei einer solchen Preisüberwachung schnell den Überblick verliert, setzen die meisten Produzenten mittlerweile auf automatisierte Werkzeuge wie das Dealavo Preismonitoring Tool, die mühelos einen detaillierten Einblick in die Preisinformationen von konkreten Produkten in Echtzeit verschaffen.

Durch die Überwachung von Preisen können Sie ebenfalls erkennen, auf welchen Plattformen Ihre Produkte angeboten werden und wer genau hinter dem Vertrieb steckt. So ist es möglich, unautorisierte Seller zu erkennen und einzuschränken, um nicht riskieren zu müssen, dass ihre Marke durch günstige Produktfälschungen leidet.

Ein weiterer Vorteil der Preisüberwachung ist die Möglichkeit, diejenigen Vertreiber aufzuspüren, die Ihre Produkte am häufigsten verkaufen und stabile Preise anbieten. Dabei kann man ebenso feststellen, wann und weshalb Preise zu schwanken beginnen und so Preiskriege erkennen

Igor Gębarowski, Vertriebsleiter bei Dibaq, einem Produzenten von Tiernahrung, berichtet in unserer Case Study darüber, wie er das Dealavo Preismonitoring Tool nutzt, um die Endpreise seiner Produkte zu überwachen. Dabei erwähnt er, dass er durch eine solche Preisüberwachung erkennen kann, wie schnell sich Verkäufer auf diversen Plattformen an neue Preise anpassen, ob die Produktangebote korrekt angezeigt werden und ob alle Produkte auch aktiv im Verkauf sind. All dies dient zur Qualitätskontrolle, da der Hersteller durch regelmäßige Preisüberwachung seine eigenen Kunden unterstützen kann, was sich dann auch auf den Endkunden auswirkt.

Fazit

Dass Preisüberwachung im E-Commerce durchaus wichtig ist, wissen nahezu alle Verkäufer. Doch auch immer mehr Produzenten entscheiden sich dafür, Preismonitoring einzuführen. Es lässt sich definitiv nicht abstreiten, dass die regelmäßige Überwachung der Preisbildung im Weitervertrieb der eigenen Produkte ist nötig ist, um den Marktwert zu bestimmen und das Markenimage zu schützen. Wenn Sie also darüber nachdenken, Preismonitoring in Ihrem Unternehmen einzuführen, so können Sie dank unserer Demo das Dealavo Preismonitoring Tool kostenlos testen.